Als im Jahre 1810 die Hochzeit des Kronprinzen Ludwig von Bayern mit Prinzessin Therese Charlotte Louise von Sachsen-Hildburghausen anstand, kam der Unteroffizier Franz Baumgartner von der 1. Nationalgarde –Eskadron III. Klasse auf die Idee die Tradition der Scharlachrennen – benannt nach einem Stück Scharlachtuch das dem Sieger winkte und in der Zeit von 1780 bis 1786 auf der Jacobidult ausgetragen wurde – wieder aufleben zu lassen.
Von seiner Idee überzeugt, fragte er deshalb während einer Exerzierpause Ende September seinen Kommandeur Major Andreas Dall’Armi, ob man nicht anläßlich der bevorstehenden Hochzeit "zur Belustigung der allerhöchsten Herrschaften sowie des gemainen Mannes" ein Pferderennen veranstalten könnte.
Major Andreas Dall’Armi war von der Idee ebenso wie sein Kegelbruder König Maximilian I. begeistert und begann die Angelegenheit zu arrangieren. Nachdem das zuständige Innenministerium unbürokratisch und schnell die not-wendige Genehmigung erteilt hatte, setzte Major Dall’Armi die großartige Idee seines Unteroffiziers um und richtete das Pferderennen für den 17. Oktober 1810 aus. Unter dem Beifall der „allerhöchsten Herrschaften“ sowie ca. 40.000 Besuchern gewann Franz Baumgartner das erste Oktoberfestrennen. Dritter wurde ein gewisser Xaver Krenkl, der später immer wieder auf den Siegerlisten des Festes auftauchte und der mit seinem „wer ko der ko“ in die Annalen der Landeshauptstadt einging. Noch während des Festes baten Mitglieder der Nationalgarde König Maximilian I. Joseph „die Wiese, worauf das erste bayerische Nationalfest gefeiert worden, zum bleibenden Andenken Theresens Wiese benennen zu dürfen“. Dieser Bitte kam der König selbstverständlich gerne nach.
Das Pferderennen von 1810 hatte sich als großer Publikumserfolg erwiesen. Jedoch reichte diese Tatsache als Begründung für eine Wiederholung nicht aus. Daher regte der 1810 gegründete „Landwirtschaftliche Verein in Bayern“ im Jahr 1811 eine Wiederholung des Pferderennens verbunden mit Viehausstellung und Viehprämierung an. Diese vom Landwirtschaftlichen Verein arrangierte und bezahlte Veranstaltung wurde ebenfalls ein großer Erfolg.
Im Jahr 1812 war der landwirtschaftliche Verein ebenfalls der alleinige Träger des Oktoberfestes und im Jahr 1813 wurde es wegen der Befreiungskriege abgesagt. Das Fest im Jahr 1814 war eine Rumpfveranstaltung ohne Pferderennen. Wegen des gleichzeitig stattfindenden Wiener Kongresses an dem der König teilnahm, erfolgte nur eine Preisverteilung „für vollkommene Viehzucht um die Landwirthe nicht zu entmutigen“.
Als in Europa wieder Friede eingekehrt war, fand 1815 das Oktoberfest wieder im Ganzen unter finanzieller Beteiligung der Nationalgarde statt. Erstmals wurden dabei besonders eifrige Feiertagsschüler mit Gedenkmünzen ausgezeichnet, denn „nichts kann für die Stadt wichtiger seyn, als für die gute Erziehung der heranwachsenden Jugend fortwährend besorgt zu seyn“.
Der katastrophalen Hungersnot von 1816 die von einer Mißernte ausgelöst wurde, kamen die Neuerungen des Oktoberfestes entgegen. Zur Ermutigung der Bevölkerung wurden erstmals Dienstboten ausgezeichnet und ein Glückshafen veranstaltet, dessen Überschüsse wohltätigen Zwecken zugeführt wurden. Hierzu kauften die Organisatoren von „weiblichen Arbeitsschulen“ Handarbeiten und dabei hieß es u.a.: „Es ist ein wahrhaft edler Gedanke, der Arbeitsamkeit des schwächeren Geschlechtes mit einiger Ermunterung unter die Arme zu greifen“. Als besonders attraktiv erwies sich das neu eingeführte Vogelschießen, bei dem ein auf eine hohe Stange aufgesteckter Holzadler Stück für Stück herabgeschossen werden mußte. Die Gilde des „Winzerer Fahndl“ übt noch heute diesen Brauch aus.
Die Aufgabe des Oktoberfestes des Jahres 1817 lag insbesondere darin, von der überall spürbaren Not abzulenken. Das Oktoberfest des Jahres 1818 war durch eine Änderung des Oktoberfestmilieus gekennzeichnet. Erstmals gab es einige Schaukeln und ein Karussell auf der „Wies’n“ und die Münchner Wirte hatten kleine Bretterbuden aufgestellt. Im Jahr 1819 übernahm die Stadt München die finanzielle und organisatorische Verantwortung für das Oktoberfest. Jedoch blieben die Besorgung der Viehausstellung und der Viehprämierung weiter beim Landwirtschaftlichen Verein und der Aufbau des königlichen Pavillons beim Hofbauamt. Höhepunkt des Oktoberfestes von 1820 war der von Münchner Geschäftsleuten finanzierte Gasballonflug der „Madame Reichard“ sowie das erste Oktoberfestfeuerwerk vom 8.Oktober.